Energie sparen im Gewächshaus
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Alten Klimacomputer ersetzen

Klimacomputer ersetzen — die ehrliche Entscheidungshilfe

Irgendwann steht jeder Gartenbaubetrieb vor der Frage: Reicht der Klimacomputer noch ein paar Jahre — oder ist es Zeit für den Wechsel? Die Antwort kostet bei falscher Einschätzung viel Geld: Zu früh getauscht, sind Investitionskosten verbrannt. Zu spät getauscht, drohen Produktionsausfälle, Pflanzenschäden und panikgetriebene Notfall-Installationen.

Dieser Artikel liefert eine nüchterne Entscheidungsmatrix — und beschreibt, wie der Wechsel ohne Vegetationsausfall funktioniert.

Die fünf Signale, an denen Sie den Austauschbedarf erkennen

  1. Ersatzteile sind nicht mehr lieferbar oder nur über Schlachtgeräte verfügbar. Das betrifft aktuell besonders ältere Kriwan INT1000-Anlagen, deren Hersteller Produktion und Service der Produktreihe eingestellt hat. Wer heute einen defekten E/A-Karte braucht, sucht über eBay-Kleinanzeigen oder zahlt vierstellige Beträge für refurbished Boards.
  2. Die Software wird nicht mehr aktualisiert. Sicherheitslücken im Webinterface, fehlende Schnittstellen für moderne Wärmeerzeuger (z. B. Wärmepumpenkaskaden), keine Anbindung an dynamische Stromtarife — alles Anzeichen, dass der Regler die heutige Anlagenkomplexität nicht mehr abbilden kann.
  3. Sie haben keine vorausschauende Regelung. Wenn Ihr System weder Wettervorhersage noch Temperatursummenregelung beherrscht, verschenken Sie jeden Heizmonat einen vierstelligen Eurobetrag.
  4. Sie können den Computer nicht mehr fernwarten oder remote diagnostizieren. Ein Servicetechniker, der bei jeder Störung anreisen muss, ist 2026 keine Lösung mehr.
  5. Ihre Pflanzenqualität schwankt seit Jahren in derselben Weise. Wiederkehrende Probleme an gleichen Stellen, Frühjahrsschäden, gestresste Pflanzen bei Wetterwechsel — oft ein Indiz für unzureichende Regelungsdynamik.

Ergebnis: Energie, die kurze Zeit später durch Sonneneinstrahlung kostenlos verfügbar gewesen wäre, wird teuer verbrannt.

Was beim Austausch wirklich passiert

Die häufigste Sorge ist berechtigt: „Was ist mit den Pflanzen, während der Klimacomputer aus ist?” Ein professioneller Wechsel sieht typischerweise so aus:

Phase 1:

Bestandsaufnahme (1–2 Tage vor Ort) Ein Servicetechniker dokumentiert die komplette Sensorik, Aktorik, Heiz- und Lüftungslogik, alle Sollwertkurven und Sonderfunktionen. Die Kanalbelegungsliste wird in ein modernes Format überführt.

Phase 2:

Schaltschrankvorfertigung (im Werk) Der neue Schaltschrank wird parallel zum laufenden Betrieb komplett vorgefertigt, getestet und funktionsgeprüft. Bei RAM passiert das in Herrsching und Bad Hersfeld.

Phase 3:

Wechsel vor Ort (typisch 1–3 Tage) Der eigentliche Wechsel erfolgt in der Regel zwischen den Kulturwechseln oder in den Übergangsmonaten. Bei laufendem Betrieb wird der Wechsel kanalweise gemacht — die Heizung bleibt durchgehend regelfähig, weil die kritischen Funktionen zuerst migriert werden.

Phase 4:

Inbetriebnahme und Einweisung Sollwertkurven werden übernommen, Mitarbeiter geschult. Die ersten Wochen begleitet der Servicetechniker engmaschig per Fernwartung.

Was es kostet

Pauschalpreise sind unseriös — die Spanne ist real groß. Aber als Größenordnung für ein typisches Gewächshaus mit 2.000–4.000 m²:

  • Reine Reglermodernisierung (Schaltschrank bleibt, Sensorik bleibt): 8.000–15.000 €
  • Vollständige Erneuerung (Schaltschrank, Klimacomputer, neue Sensorik): 20.000–60.000 €
  • Mit Pufferspeicher-Integration und neuer Wärmeerzeugersteuerung: höher

Für kleinere Betriebe rechnet sich oft die Modernisierungs-Variante mit Beibehaltung intakter Sensorik. Größere Anlagen profitieren von der Komplettlösung.

Was Sie als Betreiber im Vorfeld klären sollten

  • Vollständige Liste aller Sensoren und Aktoren (idealerweise mit Bestandsplänen)
  • Welche Heizquellen und Pufferspeicher sind vorhanden?
  • Gibt es bestehende Datenpunktlisten oder Kanalbelegungspläne?
  • Welche kulturspezifischen Anforderungen müssen abgebildet werden?
  • Wann ist der ideale Wechselzeitraum (zwischen Kulturen)?

Fazit

Klimacomputer-Wechsel sind selten dringend — bis sie es plötzlich sind. Wer den Zustand seiner Regelung systematisch beobachtet und die richtigen Signale rechtzeitig erkennt, vermeidet teure Notfälle und nutzt den Wechsel zur strategischen Optimierung.

Verwaltungsgebäude (2.000 m²)
Durch den Einsatz des CC600-Systems lassen sich Energiekosten deutlich reduzieren – bei gleichzeitig kurzer Amortisationszeit dank staatlicher Förderung.
(Alle Werte sind Richtwerte und abhängig von Anlage, Nutzung und aktuellen BAFA-Richtlinien.)

Situation

Empfehlung

Defekt einzelner Sensoren/Aktoren

Reparieren

Hardwareausfall Hauptmodul, Ersatzteile verfügbar

Reparieren prüfen

Hardwareausfall, Ersatzteile End-of-Life

Ersetzen

Funktionsfähig, aber keine Wettervorhersage
Temperatursummen

Modernisierung erwägen

Anlage > 15 Jahre, mehrere kleine Defekte/Jahr

Ersetzen

Erweiterung geplant (neues Haus, neue Heizquelle)

Ersetzen

Häufige Fragen

Solange er stabil läuft und keine kritischen Ersatzteile benötigt, nicht zwingend. Aber: Planen Sie den Wechsel proaktiv, nicht reaktiv — die Lieferzeiten für komplette Neuanlagen liegen aktuell bei 8–14 Wochen.

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